Hollywood liebt es, Filme über den „letzten Schrei“ zu machen und hat sich in den letzten Jahren gelegentlich dem Thema Poker gewidmet; so im James-Bond-Film "Casino Royale" (2006) und im Film „Jungfrau (40), männlich, sucht ….“. Doch das machte diese keineswegs zu ausgemachten Pokerfilmen. Nachdem TV-Poker im Jahr 2003 explodierte, ist „Glück im Spiel“ hingegen der erste echte Pokerfilm seit "Rounders" (1998).

Einleitung / Kurze Beschreibung

Ohne das Ende oder die Höhepunkte zu benennen

In Las Vegas ist Huck Cheever (Eric Bana) zwar ein brillanter Pokerspieler, aber auch dafür anfällig, das seine Emotionen die Kontrolle übernehmen. Es ist die Woche der Poker-Welt-Serie (WSOP), und Huck muss noch die $ 10.000 Startgeld zusammenbekommen, die er gewinnt, verliert, leiht, und wieder verliert - und sogar teilweise von Billie Offer (Drew Barrymore) stiehlt, einer ernsthaften jungen Frau, die neu in der Stadt ist und auf die Huck ein Auge geworfen hat.
Zu der Zeit, als das Turnier beginnt, schuldet Huck zu gut wie jedem Geld. Erschwerend wirkt sich die Ankunft von Hucks Vater L.C. Cheever (Robert Duval) aus, den Huck verabscheut, da er seine Mutter verlassen hat. L.C ist ebenfalls Profi-Spieler und in die Stadt gekommen, um das 2,5 Millionen hohe Preisgeld mit nach Hause zu nehmen.
So nehmen die Dinge ihren Lauf, bis die Sache in der finalen Runde des Turniers eine unverhoffte Wendung nimmt.

Kritik / Fazit

Der Film Glück im Spiel versucht drei Ebenen miteinander zu verbinden: eine Romanze, ein Poker-Drama und eine Vater-Sohn-Beziehung — und das gelingt ihm mehr schlecht als recht. Eine nette Sonntagnachmittag Unterhaltung, an der auch die großartige Drew Barrymore nicht so viel ändert.

Über größere Strecken fühlt sich der Film an, wie die Life-Übertragung von professionellen Poker Turnieren im Fernsehen. Die Regeln des Spiels werden früh erklärt, als sich Billie neben Huck setzt, um ihn beim Spielen zu beobachten.
Das soll jetzt nicht heißen, dass der Film schlecht ist; er hat nur eindeutig einen Schwerpunkt. Die die Kameraarbeit von Peter Deming fängt die Aufregung und den Nervenkitzel von Las Vegas wirklich sehr gut ein. Und auch wenn die Poker Spielsequenzen etwas ausschweifend hervorgehoben sind, sind sie gut gefilmt und schaffen es, die „Dinge“ in Bewegung zu halten.

Für eingefleischte Pokerspieler springt vielleicht noch etwas mehr raus, da sich das Tunier an der „World Series of Poker“ (WSOP) orientiert, und mehr als 20 professionelle Pokerspieler in dem Film auftreten:
Sam Farha (der auch eine Sprechrolle hat), Barry Greenstein, Daniel Negreanu; Doyle Brunson , Jason Lester, Erick Lindgren, Chau Giang, John Hennigan, Greg Raymer, Scotty Nguyen, Mike Matusow (Schiedsrichter, 8 Sekunden zu sehen) u.v.a.

Der Film erschien bereits 2007 auf DVD, und erhält bei Amazon gemischte Kritiken (Durchschnittswert 3,1 (von maximal 5 Sternen); Stand April 2016). Das Rating bei IMDB beträgt 5,9/10 Punkten.
Der Film wurde bislang einmal, am 28. Mai 2014, im deutschen Fernsehen (TELE5) ausgestrahlt (Stand September 2016).

Anmerkung: Film gesehen und Kritik geschrieben von Wiebke Zeitgeist & Polly Zwischenwelt ;-).

Filmmusik

Liste der Soundtracks

Der Soundtrack zu "Glück im Spiel" wurde am 5. September 2006 veröffentlicht.

Nr. Titel Interpret Dauer
1. Lucky Town   Bruce Springsteen 3:27
2. Dance Me to the End of Love   Leonard Cohen interpretiert von Madeleine Peyroux 3:56
3. Choices   George Jones 3:26
4. Maybe This Time   Liza Minnelli 3:30
5. The Fever   Bruce Springsteen (The Boss) 7:36
6. Bartender's Blues   Bonnie Raitt 4:26
7. They Ain't Got 'Em All   Kris Kristofferson 2:54
8. The Cold Hard Truth   Drew Barrymore 4:26
9. Like a Rolling Stone   Bob Dylan 6:10
10. Let It Ride   Ryan Adams 3:25
11. I Always Get Lucky with You   George Jones interpretiert von Drew Barrymore 3:20
12. Huck's Tune   Bob Dylan 4:00

Der Song “Huck's Tune” wurde, wie der Titel schon andeutet, speziell für den Film geschrieben.

Hintergründe

Ein paar Details & Anekdoten

Der Deutsche Titel ist wohl eine Anlehnung an das bekannte Sprichwort "Pech im Spiel, Glück in der Liebe"; der englische Originaltitel „Lucky You“ wird allerdings eher mit „Glückspilz“ übersetzt.

In dem Film „I Am Legend“ (2007) hängt das Filmplakat von „Glück im Spiel“ in dem Videoladen (Szene von Minute 18:47 bis 20:16), in dem Dr. Robert Neville (gespielt von Will Smith) einige Schaufensterpuppen aufgestellt hat.

Die eigentliche Premiere von "Glück im Spiel" fand dann auch in Las Vegas (Red Rock Casino) statt unter den kritischen Augen der versammelten Poker-Elite (auch wenn es wenige Tage zuvor eine Premiere in New York gab, für die Schauspieler und die Mainstream-Medien).

Glück im Spiel

Der offizielle Trailer

Schwindelerregend Wetteinsätze und romantische Hochgefühle! Diesen Parcours versucht der Pokerprofi Huck Cheever (Eric Bana) zu meistern, als er anlässlich eines Turniers im aufregenden Las Vegas der unwiderstehlichen Billie Offer (Drew Barrymore) begegnet. Langsam wird ihm klar, dass er den Jackpot der Liebe nur knacken kann, wenn er wie beim Pokern seinen Kopf abschaltet und seinem Gefühl vertraut.

Zitate

Die besten Zitate aus dem Film

Der Trick ist natürlich, dass die anderen Spieler nicht mitkriegen dürfen, dass du ein starkes Blatt hast — daher der Ausdruck „Poker-Face“. [Huck Cheever zu Billie Offer]

Du verdrehst da was Junge: so wie Du Karten spielst solltest Du leben, und so wie Du lebst solltest Du Karten spielen. [L.C. Cheever zu seinem Sohn]

Jage nicht, was Du nicht fangen kannst. [L.C. Cheever zu seinem Sohn]

Poker-Filme

Weitere berühmte Poker-Filme

Cincinnati Kid (1965; von Norman Jewison)

Der Film schildert das Poker-Duell zwischen dem alten Profi-Spieler Lancey Howard (Edward G. Robinson) und Eric Stoner (Steve McQueen), genannt „Cincinnati Kid“ seinem jungen Herausforderer. Das Drehbuch basiert auf dem Roman "Der Pokerkönig" von Richard Jessup.

Rounders (1998; von John Dahl)

Mike McDermott (Matt Damon) ist ein begnadeter Spieler, der sich allerdings seiner Freundin Jo (Gretchen Mol) zuliebe dem Glücksspiel enthält. muss ein Freund auszahlen Kredithaie zu helfen. Als sein alter Freund Lester Murphy (Edward Norton) aus dem Gefängnis entlassen wird, gerät Mike allerdings wieder in den Sog des Spieles.

California Split (1974; Robert Altman)

Eine Freundschaft entwickelt sich zwischen Bill Denny (George Segal) und Charlie Waters (Elliott Gould) über ihre gegenseitige Liebe zum Spiel. Ab geht’s nach Rio, um dort den Laden so richtig aufzumischen — was auch gelingt und dann zu einem unvorhergesehenen Ende führt.
Der Film ist bisher nicht auf Deutsch erschienen; weder auf DVD noch im Kino.

Filmkritiken

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